Vermittlungsexperiment in der Ausstellung "Keep Walking" von Mark Bradford, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart

Zugänge zur Kunst: Ausstellungen öffnen
Seminar/Übung (MA), Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, WiSe 2024/25

Dieses Seminar bewegte sich durch Ausstellungen an verschiedenen Orten (z.B. in einem Projektraum, einer kommunale Galerie oder einem öffentlichen Museum). Wir näherten uns den Ausstellungen vor Ort an und analysierten deren Inszenierung, Aussagen und Adressierungen. Die institutionelle Rahmung wurde dabei reflektiert und die Zugänglichkeit dieser Räume für das Arbeiten mit unterschiedlichen Gruppen getestet.

Theorie- und Praxisbeispiele der Kunstvermittlung sowie Lektüren über Ausstellungsanalysen sowie über Ausschlüsse und Zugänge im Kunstkontext boten dabei Hilfestellung. In einem Folgeschritt wurden konkrete Ideen zur Verbesserung oder Ergänzung einzelner Ausstellungen bzw. Räume erarbeitet.

 



Papierskizze der Website des Projekts "Hautnah: zwischen Spüren und Speichern"

Sustainable Digital Storytelling
Übung (MA) zusammen mit Brendan Howell, Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, WiSe 2023/24

In dieser Lehrkooperation zwischen Brendan Howell, Künstler und widerwilliger Ingenieur, und Nanna Lüth, Künstlerin und eigensinnige Didaktikerin, arbeiteten wir mit Materialien aus den Seminaren „Mit Schüler*innen forschen (zum Thema Klimawandel)“ , seit WiSe2324, die teilweise parallel entstehen.

Die Lehrenden vermittelten, wie mit einfachen Mitteln spielerisch und unter Berücksichtigung der Umwelt Online-Geschichten über künstlerische Klimabildung erzählt werden können. Ziel war die Gestaltung einer Plattform, die die Begleitforschung zu bzw. das Projekt „Schools of Sustainability. Handlungsmacht statt Ohnmacht“, eine Kooperation zwischen dem Haus der Kulturen der Welt (HKW), Künstler*innen, Berliner Schulen und der UdK Berlin, dokumentiert. Die von den Studierenden händisch programmierte Website heisst: storiesofsustainability.de

 



Bildersammeln in der Ausstellung "Träum weiter – Berlin, die 90er"

Differenzreflexiv fotografieren mit Schüler*innen
Seminar/Übung (MA), Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, WiSe 2023/24

In dieser Veranstaltung ging es darum, die Schwierigkeit zu überwinden, Menschen und Situationen fotografisch darzustellen, ohne Klischees und Stereotype zu bedienen.

Hierfür stiegen die Seminarteilnehmer*innen zunächst in eigene fotografische Produktionen ein. Zwischenergebnisse und Herangehensweisen wurden besprochen. Die Reflexion der eigenen Erfahrungen mit dem fotografischen Medium und die Diskussion von didaktischen, erziehungs- und kulturwissenschaftlichen Texten begleiteten die Praxis.

Ausgehend von diesen Grundlagen wurden fotodidaktische Konzepte entwickelt und in Kooperation mit dem Lehrer Alexander Di Vasos in einem Grundkurs Kunst am Otto-Nagel-Gymnasium, Biesdorf, umgesetzt. In der Ausstellung "Träum weiter - Berlin, die 90er" im c/o Berlin suchten die Schüler*innen nach Anregungen für eigene fotografische Vorhaben.

 



Hannah Haendschke: „Wo stehen wir mit der Forschung?“, Karte (Ausschnitt), 2024

Mit Schüler*innen forschen (zum Thema Klimawandel)
Seminar/Übung (MA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, WiSe 2023/24

Die Veranstaltung „Mit Schüler*innen forschen (zum Thema Klimawandel)“ entstand durch die Anfrage, an drei Schulen, d.s. die Fritz-Karsen-Schule in Britz, die Evangelische Schule Berlin Mitte und die Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule in Charlottenburg, Kunstprojekte zum Thema Klimakrise und Klimagefühle forschend zu begleiten. Die Herausforderung bestand darin, mit einer kleinen Studierendengruppe methodische Grundlagen zu erarbeiten und rechtzeitig zum Projektstart im November teilnehmende Beobachtungen zu unternehmen. Ausgesuchte Literatur über Climate Change Education und empirische Methoden der Beobachtung, des Interviews und des Kartierens begleitete die ersten Schulbesuche. Im Rahmen der künstlerisch-wissenschaftlichen Feldforschung wurden Skizzen, Fotografien, Audioaufnahmen und Texte in verschiedenen Formaten angefertigt. Gegen Ende des Semesters verzeichneten wir den Stand unserer Forschung jeweils in einer Karte, die im kommenden Semester andere Studierende bei der Fortführung des Projekts unterstützen wird (s. Abb.).

Universität der Künste Berlin in Kooperation mit dem Projekt „Schools of Sustainability. Handlungsmacht statt Ohnmacht“ vom Haus der Kulturen der Welt (HKW) und von drei Berliner Schulen, gefördert von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt




Studierende forschen im Archiv der Hochschule.

Betrifft Berlin: Kunsterziehung im Nationalsozialismus beforschen
Seminar/Übung (MA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, SoSe 2023

Parallel zur Vortragsreihe mit dem Titel „Kunst/Erziehung im NS. Rückblick, Kontinuitäten, Perspektiven“ (hier der Link zur Dokumentation >>) fand im Sommer 2023 an der UdK Berlin eine Übung im Forschungsmodul für Masterstudierende des Lehramts Kunst statt. Mit Unterstützung des Archivleiters Dietmar Schenk erhielten diese einen Einblick in das Arbeiten im Hochschularchiv (s. Abb.).

Nach einer Sichtung des Findbuchs gingen die Studierenden in Gruppenarbeit eigenen Fragen und Interessen nach. Die auf diesem Weg und mit passenden Methodenbausteinen entwickelten Forschungsskizzen hielten die erste Schritte der eigenständige Auseinandersetzung mit Originaldokumenten fest. Die Teilnehmer*innen vertieften ihre Erkenntnisse und Fragen jeweils in Form einer Hausarbeit. Die dafür gewählten Themen beziehen sich etwa zur Hälfte auf historische Ereignisse, die im UdK-Archiv oder in anderen Quellen dokumentiert sind. Die andere Hälfte behandelt, wie der beschriebene Rückblick heute für Kunstunterricht und Ausstellungsvermittlung verwendet werden kann.




Michelle Marx: Auf der eigenen Spur 1998 (videostill), 2023

auf der eigenen Spur. #critical diversity biografieren
fakultätsübergreifendes Seminar (MA)
Leitung: Isabelle Heiss, Nanna Lüth
Institut für Kunst im Kontext/Institut für Musikpädagogik/Studium Generale, UdK Berlin, SoSe 2023

Zusammen mit der Musikpädagogin Isabelle Heiss wollte ich in diesem Seminar den Raum bieten, um sich mit der Rolle von Musik in Biografien, d.h. in der eigenen und denen von Mitstudierenden, zu beschäftigen. Hierfür arbeiteten wir mit Hörbeispielen, Lektüren und "memory works“ nach Frigga Haug, die zugleich für eine Schreibtechnik und einen Forschungsansatz stehen. Um die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven in ihrer institutionellen Rahmung zu reflektieren, betrachteten wir außerdem die Critical Diversity Policy der UdK Berlin (2022). Dieses Konzeptpapier für Antidiskriminierung und Diversität soll dazu dienen, Barrieren, Benachteiligungen und Diskriminierungen in allen Bereichen der Hochschule zu erkennen und abzubauen. Es wurde angereichert und kontrastiert mit den persönlichen Erfahrungen der Seminargruppe, die von Einzelunterricht am Klavier bis zum Ausstellungsmachen in einer Medienkunstklasse reichten. Der intensive fächerübergreifende Austausch zwischen und mit den Studierenden und individuelle Reflektionen außerhalb der Seminarzeit wurden festgehalten in Lerntagebüchern in unterschiedlichen Medien. Am Ende des Semesters stellten die Studierende Ausschnitte zur Abgabe zusammen. So entstand unter anderem eine analoge Playlist in einer Cassettenhülle und ein experimentelles Video (s. Abb.).




Sammlung von Wunder-Belegen

Einführung in die Fachwissenschaft (Lehramt Theater)
Seminar (MA)
Theaterpädagogik, UdK Berlin, WiSe 2022/23

Dieses interaktive Seminar gab einen Einblick in theaterpädagogische Positionen und fachdidaktische Ansätze. Neben einigen Grundbegriffen und Methoden beschäftigten wir uns mit aktuellen Fragen wie theaterpädagogischer Arbeit in der Migrationsgesellschaft, feministischer und inklusiver Theaterpädagogik. Exemplarische Texte wurden in Form von experimentellen Gruppenreferaten vorgestellt und besprochen. So diente ein Text über das Fundus Theater als Sprungbrett für eine Wundersuche mit anschließender Wunderausstellung in einem Wunderordner (siehe Abb.). Das Alltagswunder eines Sprudelspenders wurde hier ebenso aufgezeichnet wie die wundersame Vielfalt von männlichen Namensgebern im und um das Hochschulgebäude.




Fenia Franz: Your body, my temple, baby (Karaoke), 2023; Foto: Jana Kießer

Grenzen der Vermittlung erkunden
Seminar (MA)
Institut für Kunst im Kontext, UdK Berlin, WiSe 2022/23

Ausgehend von einer Bildersammlung ging es in diesem Seminar um die Formulierung persönlicher und gesellschaftlicher Grenzen der Vermittlung. Durch den Austausch über künstlerische Arbeiten, die an gewaltvolle Strukturen oder Ereignisse erinnern oder unbequeme Fragen hervorrufen, können diese Grenzwahrnehmungen genauer betrachtet und je nachdem in Vermittlungsideen übersetzt werden. Das Lehrangebot zielt dabei auf die Entwicklung von diskriminierungskritischen bzw. differenzreflexiven Standpunkten und Handlungsoptionen. Im Verlauf des Seminars entstanden künstlerische Stellungnahmen zu Themen wie sexistische Texte in der Popmusik, rassistische Körpernormen oder Erfahrungen des Eingesperrtseins und Empathielosigkeit in Deutschland, die in Form von Performances oder Installationen dargestellt wurden.




Vermittlungsexperiment ausgehend von dem Comic “Astrological Sign as Classic Queer Haircuts” von Shelby Criswell

Didaktische Forschung: Komisch werden. Humor, Differenz, Kritik
Hybrid-Seminar (MA)
Institut für Kunst/Kunstpädagogik, Universität Osnabrück, WiSe 2022/23

Diese Ausgabe des Seminars “Didaktische Forschung: Komisch-werden. Humor, Differenz, Kritik” an der Universität Osnabrück basierte auf vorangegangenen Lehrveranstaltungen und meiner Forschung zum Thema. Das Seminar baut jeweils auf einer Auswahl von künstlerischen Arbeiten sowie wissenschaftlichen Texten auf. Diese Ausgangspunkte kombinieren machtkritische Positionen mit unterschiedlichen Formen von Humor. Das Material wurde diesmal mit einem Schwerpunkt auf queeren sowie intersektionalen Themen in der Kunst, der Musik und im Comic sowie in der Fachdidaktik ausgewählt. Produktionen von Sabian Baumann, Alison Bechdel, Shelby Criswell, Guerilla Girls, Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl, Breena Nuñez, Karl-Josef Pazzini und Lil Nas X erfuhren eine intensive Bearbeitung und wurden in Vermittlungsexperimente transformiert. Jede*r Teilnehmer*in führte begleitend zum Seminar ein Humortagebuch, aus dem in einzelnen Sitzungen Ausschnitte vorgetragen wurden.

Nach einigen Onlinesitzungen mit Übungen, Lektüren und Werkstattzeiten fand ein Blockseminar in Osnabrück statt. Am ersten Tag trafen wir uns in der Universität, am zweiten konnten wir in der Kunsthalle Osnabrück arbeiten. Durch die Angebote der Interaktion und den Wechsel zwischen Einzel- und Gruppenphasen im Rahmen der Vermittlungsexperimente, die meistens von zwei Studierenden angeleitet wurden, gab es diverse Momente, um sich persönlich zu zeigen und sich kennenzulernen. Der Raum für Gespräche und Zuhören wirkten vertrauensbildend, sodass auch der Infragestellung von bekannten pädagogischen Formen offen begegnet wurde und die Studierenden sich am Ende bestärkt fühlten.




Spaziergang mit Text in der Floating University


Intervenierende Autobiographien - die Kunst der Nicht-Reproduktion
Seminar in der Floating University mit Prof. Dr. Maren Hartmann, GWK
Studium Generale, UdK Berlin, SoSe 2022

Diese Lehrkooperation mit Prof. Dr. Maren Hartmann ging von dem gemeinsamen Interesse am Genre der Autosoziobiografie aus, an biografischen Texten also, die Lebensgeschichten in soziale Zusammenhänge einbetten. Die bekanntesten Beispiele dafür wurden von Didier Eribon, Annie Ernaux und Edouard Louis geschrieben. Das Angebot im Studium Generale adressierte Studierende aus unterschiedlichen Fakultäten. Ort der Seminartreffen war die Floating University, ein als Labor für urbane Experimente umgenutztes Regenwasserbecken in der Nähe des Tempelhofer Feldes. Neben der Lektüre und Diskussion von ausgewählten Büchern stand das eigene Schreiben von Erinnerungsstücken im Zentrum. Klassismus als eine relativ neu bzw. wiederentdeckte Form der Diskriminierung wurde dabei aus verschiedenen intersektionalen Perspektive betrachtet.

Mit einem Theaterbesuch, einem „Büchermarkt" und Diskussionen im Gehen (s. Abb.) verging die Zeit an diesem Ort mit Gemeinschaftsküche wie im Fluge. Beim letzten Treffen griffen wir eine Idee von Eva Blome auf, die u.a. die Rolle von Fotografien in autosoziobiografischen Erzählungen untersucht hat. Wir brachten jeweils ein persönliches Foto mit, das wir im gesellschaftlichen Kontext besprachen und dabei Formelhaftes und Vorurteile unterbrachen.



Rollenspiel mit Memes von Nina Wöhrmeyer und Alexa Rosemann zu einem Text von Schmidt/Lingg (2020) über den Ibiza-Skandal 2019, der die österreichische Regierung in eine Krise manövrierte.

Didaktische Forschung: Komisch werden. Humor, Differenz, Kritik
Hybrid-Seminar (MA)
Institut für Kunst/Kunstpädagogik, Universität Osnabrück, WiSe 2021/22

Das Seminar mit dem Titel „Komisch-werden“ fand im Winter 2020/21 unter pandemischen Bedingungen statt. Im Zentrum des Komisch-Werdens stand die Realisation von pädagogischen Einheiten, die jeweils zu zweit vorbereitet wurden und für die je eine künstlerische oder wissenschaftliche Position den Ausgangspunkt bildete. Da die zur Auswahl stehenden Positionen sich mit Komik/Humor und sozialen Ungleichheiten beschäftigen, bearbeiteten und reflektierten die Seminarteilnehmer*innen das Spannungsfeld zwischen ernsten Themen und humorvollen Herangehensweisen. Mithilfe von Materialien zu Forschungsfragen und -methoden wurden weiterführende Ansätze kunstdidaktischer Forschung formuliert.




Performative Intervention von Marie Salcedo Horn über Fragen der Positionierung zu einem Foto von Kazuyoshi Usui (2003)

Grenzen der Vermittlung erkunden
Hybrid-Seminar (MA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, und Präsentation auf dem Festival „Platz für Diversität!?", SoSe 2021

Eine Gruppe von Akteur*innen, die an der UdK Kunst auf Lehramt studierten, präsentierte auf dem Festival „Platz für Diversität!? - Diskriminierungskritische Allianzen zwischen Kunst und Bildung“ Einblicke in das Seminar "Grenzen der Vermittlung erkunden". Diese Grenzen bezogen sich zunächst auf künstlerische Arbeiten, die durch kulturelle oder politische Bezüge irritieren oder unbequeme Fragen hervorrufen. Darüber hinaus ging es um das Ausloten persönlicher Grenzen: Welche Kunst kann und will ich in der Schule vermitteln? Wie und wem gegenüber kann ich das tun? Und wie kann ich dabei diskriminierungskritisch und differenzreflexiv vorgehen? Wie müssen die Rahmenbedingungen dafür ausssehen?

Die Zwischenergebnisse wurden in Form von experimentellen Vorträgen und kurzen Videos online aufgeführt und mit dem Publikum besprochen. Ziel war es, sich über Standpunkte und Handlungsräume diskriminierungskritischer Kunst und Pädagogik auszutauschen und das Bewusstsein darüber voranzubringen.



Monitor-Farbspiel zum Aufwärmen

Einführung in die Kunstdidaktik, Q-Master
Online-Seminar (MA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, WiSe 2020/21

Die Einführung in die Kunstdidaktik für Q-Master-Studierende, d.h. solche, die als praktizierende Künstler*innen eine Lehramtsqualifikation anstreben, wurde erstmals als wöchentliche Videokonferenz durchgeführt.
In dieser Grundlagenveranstaltung werden kunstdidaktische Theorien und Praxisbeispiele vorgestellt. Zur Vorbereitung der Texte, die den roten Faden der Sitzungen darstellen, wurden Lektüregruppen gebildet. Jede Gruppe diskutierte den jeweiligen Text und entschied sich für eine Frage an den Text. Diese Fragen bereicherten die Präsentation und die Diskussion im Plenum. Einige spielerische Elemente unterbrachen die fokussierte Online-Arbeit (s. Abb. li.). Darüber hinaus produzierten die Studierenden je ein Video und eine Collage, die das öffentliche Sprechen über Kunst und das Konzept des Ver-Lernens audiovisuell übersetzten.
Im Verlauf des Semesters stellten der Künstler und Kunstvermittler Markus Strieder und die Leiterin von Diversity Arts Culture Sandrine Micossé-Aikins ihre Arbeit im Bereich der Kulturellen Bildung vor.





Vermittlungsexperiment von Sturm und Gentileschi aus, angeleitet von Silke Wittig und Witalij Frese

Begleitseminar Praxissemester, Q-Master
Online-Seminar (MA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, WiSe 2020/21

Dieses Seminar begleitet das Praxissemester im postgradualen Lehramts-Master für Künstler*innen. Im Winter 20/21 fand es alle zwei Wochen online und in Kooperation mit der Künstlerin und Lehrerin Kathrin Sohn statt.

Zentrale Bausteine des Begleitseminars sind praktisch-theoretische Einheiten zum Verlernen von Privilegien und Erlernen nicht-diskriminierender Interaktion. Die Einheiten zielen auf die Weiterentwicklung der fachlichen und pädagogischen Fähigkeiten. Experimentelle Textvermittlungen und Übungen unterstützen die Positionierung als Kunstpädagog(e)_in und die Arbeit im Praxissemester. Praktikumsbegleitende Produktionen, die aus Beobachtungsprotokollen, Dokumentationen eigener Kunstunterrichtspraxis und alternativen Lehr- und Lernmaterialien bestehen, bilden die Grundlage von imdividuellen Portfolios.



Schüler*innenarbeiten

Medien / Körper / Wissen
Seminar (MA)
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg-Essen, WiSe 2019/20

Körperlichkeit und Medienpraktiken werden heute als eng miteinander verschränkt wahrgenommen. Körper verlängern digitale Medien und umgekehrt, oder, wie es Heidrun Allert und Michael Asmussen formulieren: „Wir können aus der Kultur der Digitalität nicht heraustreten“ (2017: 28). Angesichts dieser schwer zu durchdringenden Verbindung unterschiedlicher Materialitäten und Techniken bieten zeitgenössische künstlerische Perspektiven einen Raum, um (den eigenen) Umgang mit dieser Wechselbeziehung zu reflektieren. Im Seminar erarbeiteten wir mit Kunstbetrachtung und drei Grundlagentexten differenzreflexive Perspektiven auf mediale Repräsentation.

Im Anschluss an das Kennenlerntreffen mit Schüler*innen der Gesamtschule Essen-Borbeck entwickelten die Studierenden drei didaktische Konzepte: eines behandelte Sachfotografie, ein zweites Collage und ein drittes Freund*innenportraits. Die Schüler*innen konnten sich für eine von drei Arbeitsgruppen entscheiden. Die Studierenden leiteten das aus diesen drei Angeboten bestehende Fotoprojekt im Fach Kunst für die Oberstufe an.



Visuelle Stellungnahmen im Rahmen eines Vermittlungsexperiments ausgehend von Carrie Mae Weems, angeleitet von Fabian Gründler und Moritz Kexel

 Komisch werden. Humor, Differenz, Kritik
Seminar (MA)
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg-Essen, WiSe 2018/19

Ausgehend von künstlerischen Arbeiten, praktischen Übungen und einigen Texten beschäftigte sich dieses Seminar mit humorvoller Kunst aus sozialkritischen Perspektiven. Die Kombination von Humor und Sozialkritik ist kein Zufall, denn bevorzugter Angriffspunkt von Witzen sind häufig die vermeintlichen Schwachstellen der Anderen. Damit sind Sexualisierung, Ethnisierung und andere abwertende Einstellungen gegenüber bestimmten Personengruppen – allgemein gesagt das Prinzip des ‚Othering‘ – zentrale Bausteine der Regime des Lächerlichen. Insbesondere minorisierte Schüler_innen und Lehrer_innen erleben das verstärkt in der Schule. Als Gegenmaßnahmen sind das Zurücklachen oder auch ein Umlenken der Aufmerksamkeit auf angeblich normale Umstände denkbar.


Die Ziele des Seminars, d.h. die Differenzierung von Humorbegriffen und -praktiken, die Erkundung des eigenen Humors und seiner Situiertheit, die Sensibilisierung für andere Perspektiven und die Annäherung an Humor als künstlerisch-pädagogische Strategie, wurden von den Studierenden abschließend reflektiert und positiv kommentiert.



Präsentation einer fotografischen Recherche über Graffiti in Essen

Forschungsansätze
Seminar (BA)
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg-Essen, SoSe 2018

Die Teilnehmenden gründeten Forscher_innen-Teams und erarbeiteten jeweils ein Konzept für ein während des Semesters machbares Feldforschungsprojekt. Ausgangspunkte waren ästhetische Phänomene und Praktiken von Kindern oder Jugendlichen.

Die Teams entschieden sich in einem pädagogischen oder alltagsästhetischen Praxiszusammenhang, den sie beobachten wollen, für ein bestimmtes Feld, außerdem für Dokumentationsmethoden und eine Frage, die sie an das erhobene Material stellen wollen. Sie verfassten während des gemeinschaftlchen forschungsprozesses Memos und bezogen Theorien der empirischen Sozialforschung und der Kunstdidaktik ein. Auch künstlerische Erhebungs- und Präsentationsformen wurden erprobt, wie beispielsweise in der räumlichen Anordnung einer Fotorecherche zum Vorkommen von Graffiti in allen Essener Stadtteilen (s. Abb. li.).




Temporäre Installation im Folkwang Museum Essen während einer Laborsitzung

Grundlagen der Kunstdidaktik
Vorlesung und Labor (BA)
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg-Essen, seit SoSe 2018


Die interaktive Vorlesung „Grundlagen der Kunstdidaktik“ gibt regelmäßig einen Einblick in wichtige kunstpädagogische Entwicklungslinien und Ansätze der Fachdidaktik. An exemplarischen Texten werden Argumentation, Aufbau und der Kontext der theoretischen Aussagen analysiert und diskutiert. Praxisbeispiele werden in theoretische Zusammenhänge gestellt. Theorie wird an der Praxis überprüft. Fragen der (eigenen) ästhetischen Sozialisation werden verknüpft mit solchen nach „natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeitsordnungen“ (Mecheril). Entsprechend beschäftigt sich die Veranstaltung mit aktuellen Paradigmen wie dem des „Verlernens“ (Spivak) ebenso wie mit der Rolle von Medien in Bildungsprozessen.

Ziel ist es, sich in diesem Feld von Theorie und Praxis bewegen zu lernen, um in der Folge differenzierte kunstpädagogische Entscheidungen begründen zu können, die die spielerische oder experimentelle, sprechende und forschende Auseinandersetzung mit Kunst und Alltagsästhetik ermöglichen.

Das Labor für Kunstunterricht und Kunstvermittlung, das zusammen mit Dr. Sabine Sutter angeboten wurde, ist eine Werkstatt, in der gemeinsam der Blick auf die Rahmenbedingungen bspw. musealer Präsentation von Kunst geübt wird. Hier werden eigene Beobachtungen angestellt und Perspektiven auf Kunst entwickelt, die eine Basis für Kunstunterricht darstellen.



Überprüfung der Wasserfestigkeit von Stiften, um den Begriff des Experiments zu klären

Kunst-Wissen-Komplex
Seminar & Exkursion (MA)
Universität der Künste Berlin in Kooperation mit Prof. Dr. Linda Hentschel, Kunstuniversität Mainz, SoSe 2017

Künstlerisches Forschen und Lernen ist ein kontrovers diskutiertes Themenfeld. Während dieses Studienaufenthalts wendete die Seminargruppe sich mit verschiedenen Beobachtungen, Übungen, Medien und Texten den Möglichkeiten von„art based research“ zu.

Dabei wurde die Frage aufgeworfen, wie aus der Perspektive der Teilnehmenden ein hegemoniekritisches, ironisches und dekonstruktives künstlerisches Forschen und Lernen aussehen könnte. Experimentelle Antworten darauf wurden entworfen, getestet, dargestellt, aufgeführt und debattiert.

Die unterschiedlichen Erfahrungen der Studierenden der beiden beteiligten Kunsthochschulen ermöglichten einen vielseitigen Austausch und die Analyse von institutionellen Rahmungen sowie der damit verbundenden Auffassungen von Kunst und Wissen.



Videoübung mit einem Portrait von Zanele Muholi

Gender and Art/Eduction.
Seminar für internationale Studierende im Studiengang "Trans-Masters"
Haute École d´Art et de Design Genève, Genf, März 2017

Mithilfe von zwei Publikationen - Sara Ahmeds Feminist Killjoys (And Other Willful Subjects) (2010) und Kate Bornsteins My Gender Workbook (1998) - wurden grundlegende Fragen zu Geschlecht und Sexualität intersektional diskutiert und mit der eigenen künstlerischen oder pädagogischen Praxis in Verbindung gebracht.

Eine Audiocollage und ein Bilderpool unterstützten die Sensibilisierung für eigene Grenzen und Ideen zur Vermittlung von vergeschlechtlichtem Wissen "von Kunst aus". Vermittlungskonzepte wurden zusammen erdacht und innerhalb und außerhalb der Hochschule ausprobiert. Diese Tests wurden dokumentiert (vgl. die Abb. links) und abschließend zur Diskussion gestellt.



Aufgabenstellung entlang von getakteten Arbeitsblättern, die von Hanne Darbovens Arbeitsweise inspiriert waren

 slow is the new fast. Über Zeit in der Kunst und der Kunstvermittlung
Seminar (MA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, Universität der Künste (UdK) Berlin, WiSe 2015/16


Ausgehend von künstlerischen Arbeiten und kunstpädagogischen sowie kulturwissenschaftlichen Texten beschäftigte sich dieses Seminar mit Zeit in der Kunst und in der Kunstvermittlung.

Mit wechselnden Medien (Fotografie, Schrift, Zeichnung, Video) sollten persönliche, kulturelle oder politische Auffassungen von Zeit festgehalten und wieder losgelassen werden. Weiter war geplant, von der betrachteten Kunst und Theorie aus Ideen für Unterricht oder pädagogische Projekte zu skizzieren, zu erproben und zu reflektieren.




Sammlung von Kinderbucherinnerungen zu Beginn der Vorlesung

 Kunstpädagogik/Ästhetische Bildung für die Primarstufe
Vorlesung (BA)
Department für Lehrer[*innen]bildung und fachdidaktische Forschung, Universität Potsdam, WiSe 2016/17

Diese Grundlagenveranstaltung skizzierte wichtige kunstpädagogische Fragestellungen und aktuelle Ansätze der Fachdidaktik. So ging es beispielweise um Zugänge zur Kunst beim Unterrichten in der Grundschule sowie um die Rolle von Medien wie Collage, Fotografie, Ton, Trickfilm, Video und Zeichnung in Bildungsprozessen. Hierbei wurden Begriffe wie Kompetenzorientierung oder Inklusion anwendungsnah behandelt.
Durchgängig wurden Fragen nach ästhetischen Vorlieben und Gewohnheiten mit solchen nach Geschlecht, Herkunft und anderen kulturellen Differenzen verknüpft, die schon im Kindergarten die Sprache und das Verhalten prägen.
Formen der Beteiligung wurden an Beispielen von Kunstunterricht oder Kunstrezeption mit Kindern/Schüler_innen diskutiert. Zeitgenössische kunstpädagogische Strategien wie mapping oder Feldforschung wurden in interaktiven Einheiten erprobt und hinterlegt mit zeitgenössischer Theorie und Praxis.

Ziel der Einführung ist es, sich mit den Themen Wahrnehmung, Kommunikation, Planung und Positionierung in edukativen Settings auseinanderzusetzen und eine Basis zu bieten, um eigene Vorstellungen für differenzierten, qualitätvollen Kunstunterricht zu entwickeln.



Performatives Setting mit Büsi AKA Kitty (2001) von Fischli & Weiss zu einem Text von Elke Krasny (2009)

 Artistic/Didactic Research
Seminar (BA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, SoSe 2014

Anhand von künstlerischen Arbeiten und Texten aus unterschiedlichen Disziplinen wurde die Schnittstelle zwischen künstlerischer und didaktischer Forschung betrachtet. Relevante Begriffe hierbei sind ‚artistic research’, ‚forschendes Lernen’ oder ‚forschende Lehrer_innen’. Das Seminar ging von Positionen der Gegenwartskunst und den darin verhandelten Formen der Forschung aus. Dazu gehören auch Vortragsperformances und künstlerische Arbeiten, die sich mittels Statistik, Interviews oder Protokollen mit Fragen von Bildung und Erziehung auseinandersetzen.



Schüler*innenarbeit aus einerUnterrichtseinheit von Claudius Hausl über dreidimensionale Collagen

Ungehorsames Sehen lernen - Collage als kritisches Verfahren
Seminar (BA)
Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung, UdK Berlin, WiSe 2013/14

Die Kunst der Collage war 2013 gut 100 Jahre alt.
In diesem Seminar wurde Collage als kritisches, pädagogisches Verfahren diskutiert und erprobt. Hierfür wählten die beteiligten Studierenden anhand von Bildausschnitten künstlerische Arbeiten. Sie stellten die Grundlage für pädagogische und handwerkliche Übungen (digital und analog, individuell und kollektiv) dar. Darüber hinaus spielten zwei Themenhefte von "Kunst + Unterricht" eine Rolle sowie Theorien über ungehorsames Sehen (Judith Butler) und über Collage als kritisches pädagogisches Medium (Wolfgang Kunde).

Nach der Lehrveranstaltung gab es für interessierte Studierende die Gelegenheit, freiwillig eine Unterricht für Grundschüler*innen zu planen und durchzuführen. Zwei Studierende nahmen die Chance wahr und so experimentierte eine Schulklasse unter anderem mit dreidimensionalen Collagen nach Jirí Colár (s. Abb.).