Plakatmotiv "Kunst / Erziehung im NS"

Kunst / Erziehung im NS. Rückblick, Kontinuitäten, Perspektiven.
Seminar mit Gästen, UdK Berlin, SoSe 2023


Es gibt bisher keine zusammenhängende Forschung über die Vorgängerinstitution der UdK Berlin, an der in der Nazizeit Kunsterziehung studiert werden konnte: Das ist die Staatliche Kunstschule zu Berlin (1918–1935), die 1936 in Staatliche Hochschule für Kunsterziehung umbenannt wurde und bis 1945 unter diesem Namen existierte. Die Betrachtung dieses historischen Einschnitts und seiner Institutionen und Akteur*innen steht aus fachlicher und politischer Perspektive also noch aus.

Darauf reagierte die Veranstaltungsreihe „Kunst / Erziehung im NS. Rückblick, Kontinuitäten, Perspektiven“, die sich mit Kontinuitäten von Ideologien, Personal und ästhetischen Praktiken, mit Forschungs- und Informationslücken sowie mit postnazistischen Perspektiven auf die Geschichte und Gegenwart beschäftigte. Sie sollte Studierenden und anderen Interessierten die Möglichkeit geben, erstens Sach-, Kontext- und Methodenwissen aus künstlerischen wie wissenschaftlichen Perspektiven kennen zu lernen und die jeweils unterschiedlichen Formen der Bearbeitung und Stellungnahme der eingeladenen Gäste zu diskutieren. Als Gäste nahmen teil: Fabian Bechtle und Leon Kahane (Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst), Yishay Garbasz, Alexander Henschel, Elke Krasny, Benjamin Ortmeyer, Brigitte Zuber. Videodokumentation der sechs Beiträge: https://stream.udk-berlin.de/c/studium_generale_live/




Workshop „Antisemitismuskritische Bildung mittels Kunst“ mit Julia Yael Alfandari, 19. November 2022; Still Filmausschnitten aus: Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch: Masel Tov Cocktail, 2020


Differenzreflexive Unterrichtswerkstatt.
Konzeption und Organisation der Reihe für den BDK Berlin e.V. Fachverband für Kunstpädagogik, seit 202
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2022 startete die „Differenzreflexive Unterrichtswerkstatt“ des Berliner Landesverbands für Kunstpädagogik. Hier werden differenzreflexive Varianten von Kunstunterricht oder Vermittlung vorgestellt und gemeinsam ausprobiert, solche also, die sich mit Differenzkonstruktionen befassen, deren Wirksamkeit durch pädagogisches Handeln verändert werden kann.

Bisher fanden drei Veranstaltungen statt, zwei sind in Vorbereitung:
Den Auftakt bildete „Paradise Camp* Zeitgemäße Perspektiven auf Gauguin“ mit Stafen Bast, Nanna Lüth und Nhu Y Linda Nguyen im Juni 2022. Der Besuch der Ausstellung Paul Gauguin – Why Are You Angry? fokussierte auf einzelne Arbeiten und Räume der umfassenden Retrospektive in der Alten Nationalgalerie. Die Teilnehmer*innen produzierten anschließend Audioaufnahmen, die die in der Ausstellung gezeigten Stereotypen kritisch Bezug nahmen.
Im November 2022 fand die Fortbildung „Antisemitismuskritische Bildung mittels Kunst“ im Haus Bastian – Zentrum für Kulturelle Bildung statt. Mit Blick auf die lange Geschichte von Antisemitismus und Rassismus in Deutschland, die auf die Gegenwart einwirkt, vermittelte Julia Yael Alfandari, wie die Stärken der Kunst in Bildungskontexten genutzt werden können, um diskriminierende Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen und zu verrücken.
Wibke Joswig und Leila Raabe leiteten im Juni 2023 die Fortbildung „Orientalismuskritik und differenzreflexive Vermittlung“ in der Sammlung der Alten Nationalgalerie an. Nach einem theoretischen Input setzten sich die Teilnehmer*innen anhand von Aufgabenblättern mit Interpretationen der sogenannten Orientmalerei auseinander.
„Hej, was ist daran so lustig? Eine differenzreflexive Unterrichtswerkstatt über Humor und ästhetische Bildung“ mit dem Theaterpädagogen Ömer Bayram ebenso wie die „AG Diskriminierungskritische künstlerische Bildung“ auf der Jahresversammlung des Bundesverbands in Saarbrücken sind geplant für April 2024.



Spivak lesen

un-learning from... Diskriminierungskritische Perspektiven auf Medienpraxis von und mit Kindern und Jugendlichen.
Veranstaltungsreihe und Seminar (BA)
Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg-Essen, SoSe 2019


Die postkoloniale Theoretikerin Gayatri Spivak hat den Begriff des Ver-lernens geprägt, den sie für gewaltfreie Bildung als notwendig erachtet. Hierfür nimmt sie die Unterscheidung zwischen anerkanntem und vermeintlich wertlosem Wissen in den Blick. Spivak will das Verlernen der tradierten Hierarchien anregen und der herkömmlichen Ignoranz gegenüber minorisierten Wissensbeständen entgegenarbeiten.

Der Bereich Kunstdidaktik/-pädagogik an der Universität Duisburg-Essen realisierte mit Unterstützung der Initiative ProViel – Professionalisierung für Vielfalt 2019 eine Ringvorlesung mit dem Titel "un-learning from ... diskriminierungskritische Perspektiven auf Medienpraxis von und mit Kindern und Jugendlichen". Die Runde der Referent*innen setzte sich zusammen aus regionalen und internationalen Positionen, die aus verschiedenen Disziplinen und diskriminierungskritischen Blickwinkeln über ästhetische Interessen und kulturelle Praktiken von Kinder und Jugendlichen sprachen. Die Bandbreite der thematisierten Medien umfasste Kinderbücher, Video, Theater, Tanz und Social Media.

Die Veranstaltung war Bestandteil des Lehrangebots für BA-Lehramtsstudierende im Fach Kunst. Die Studierenden waren aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Vorträge und Workshops beteiligt, zum Beispiel durch eigene Moderationen, Beobachtungen oder Diskussionsbeiträge.

Konzept: Prof. Dr. Nanna Lüth, Dr. Sabine Sutter.
Titel der Beiträge, Namen und Kurzbiografien: https://un-learning-from.tumblr.com



Abschlusstreffen mit Multiple (Foto: B. Trewin)

Sprechen über Kunst (1 min).
Videoinstallation im Rahmen der RESULTATE- Ausstellung, Universität Duisburg-Essen, Mai 2019


Ausgehend von den einminütigen Videos zum Auftrag "Sprechen über Kunst", die Studierende im Lehramt Kunst und der Kunstwissenschaft im Wintersemester 18/19 gedreht hatten, entwickelte eine Arbeitsgruppe von Studierenden mit den Mitarbeiter*innen der Kunstdidaktik – Dr. Sabine Sutter, Bernadette Trewin und mir – eine Videopräsentation.

Dreizehn Videos wurden zusammen mit Auszügen aus den zugehörigen Reflexionstexten in der jährlichen RESULTATE- Ausstellung des Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft auf dem Campus Essen gezeigt. Zur Erinnerung erhielten die Mitglieder der Arbeitsgruppe je einen Stoffbeutel, der mit einem ausgesuchten Zitat bedruckt war.



Die Gräfin über Kunstvemittlung - damals und heute (Video: Ü. Igde
)

Große Gefühle in der künstlerische Bildung.
Veranstaltung und Feier, UdK Berlin, Juli 2017

Prof. Dr. Paul Mecheril eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag über Herzensbildung. Migrationspädagogische Erkundungen.

Darauf folgten Kurzvorträge mit den Berliner Autor*innen von vorausgesetzt. Kunst/Pädagogik und ihre Bedingungen: Danja Erni, Ellen Kobe, Anja Kraus, Christoph Prasch, Eva Sturm, Wiebke Trunk.

Am Abend wurden studentische Videos zum Thema "Sprechen über Kunst" von der Gräfin, Stuttgarts kettenrauchender Kultfigur, vorgestellt. Dabei erprobte ihre Durchraucht, gespielt von Stefanie Oberhoff, radikale Formen der Kunstvermittlung (siehe Abb. li.).

Mit Videos von: Maik Dreyer, Johanna von den Driesch, Mania Godarzani, Katherine Léon Garcia, Celina Täge, Shuang Wu u.a.m.



Plakat "Machtkritische Pädagogiken im Feld der Künste"

Machtkritische Pädagogiken im Feld der Künste.
Vortragsreihe, UdK Berlin, SoSe 2017

Die Vortragsreihe gemeinsam mit dem Kolloquium *Machtkritische Pädagogiken im Feld der Künste* umfasste zwei Termine: Den ersten im Mai 2017 mit dem Musiker, Aktivisten und Lehrer Vincent Bababoutilabo sowie den zweiten im Juni 2017 mit der Kunsttheoretikerin und -vermittlerin Nana Adusei-Poku. 

Bababoutilabo fragte nach den Auswirkungen des historisch gewachsenen Rassismus für den musikpädagogischen Bereich in Deutschland. Auf der Suche nach mögliche Handlungsoptionen reflektierte er Ausschnitte aus musikpädagogischen Lehr-Lernmaterialen sowie konkrete Unterrichtssituationen aus rassismuskritischer Perspektive.

Adusei-Poku stellte das Aktionsforschungsprojekt WdKA makes a Difference* vor, das entkolonialisierende Ansätze in der Willem De Kooning Academy (WdKA) untersuchte. Das Projekt beinhaltete monatliche Lesungen und Diskussionsrunden mit Lehrer*innen, eine Ausstellung mit Symposien, Filmvorführungen und weitere Initiativen und Kollaborationen.



Momentaufnahme während des Vortrags von Ellen Kobe

vorausgesetzt. Kunst/Pädagogik und ihre Bedingungen.
Ringvorlesung, UdK Berlin, SoSe 2015


Die Reihe präsentierte im Sommersemester 2015 sechs Positionen, die an der Schnittstelle von künstlerischer und pädagogischer Praxis arbeiten. Bei allen Veranstaltungen ging es um die Frage, unter welchen gesellschaftlichen oder politischen Voraussetzungen die beschriebenen Perspektiven von Lehrer_innen, Forscher_innen und Künstler_innen möglich werden, aber auch, welche sie selbst hervorbringen.

Zwei Jahre später erschien das Buch zur Reihe.

 



Skizze vom 7. Salon am 3. Juli 2015 im Übergangswohnheim Marienfelder Allee des Internationalen Bundes Berlin-Brandenburg GmbH (Zeichnung: Wiebke Trunk)

Mitveranstalterin Salon für kritische Kunstvermittlung
Berlin 2012 – 2015


Der Salon für kritische Kunstvermittlung widmete sich 2012-15 in sieben Veranstaltungen der Auslotung von gesellschafts- und institutionskritischen Positionen in der Kunstvermittlung.

Diese Veranstaltungsreihe wurde unabhängig von institutionellen Anbindungen und Finanzen der beteiligten Macher*innen (in verschiedenen Zusammensetzungen Judith Boegner, Barbara Campaner, Anna Chrusciel, Nanna Lüth, Iver Ohm, Sandra Ortmann, Wiebke Trunk und Maren Ziese) realisiert. Dadurch eröffneten die Vermittler*innen einen selbstorganisierten diskursiven Freiraum an wechselnden Orten.


Besucher_innen der Auszeichnerei

 Die Auszeichnerei. Ausstellung und Aktion im Ruinengarten anlässlich des UdK-Rundgangs, Berlin 2015

Das Seminar »Zugänge zum Rundgang« nahm die Jahresausstellung der Universität der Künste Berlin als Vermittlungsanlass in den Blick. Ziel war es, Vermittlungskonzepte zu entwickeln, um während des »Rundgangs« persönlich oder mittels Medien die Beschäftigung mit der ausgestellten Kunst zu vertiefen.

Als sich das Seminar drei Wochen vor der Ausstellung wieder traf, hatte sich der Wind gedreht: Die Studierenden der Bildenden Kunst hatten sich für die schwierigen Arbeitsbedingungen von Vertretungsprofessor_innen stark gemacht. Diese wurden bis dahin nur im Semester bezahlt, sodass über den Sommer von ihnen keine Betreuung zu erwarten war. Durch die hinzukommende Unzufriedenheit mit der Langsamkeit der Berufungen war der Plan entstanden, die Sommerausstellung zu bestreiken.


Während die Entscheidungsprozesse in den verschiedenen künstlerischen Klassen noch im Gange waren, entstand im "Zugänge"-Seminar die Vision einer öffentlichen Aktion: Besucher_innen des Rundgangs sollten aufgefordert werden, sich ideale Professor_innen für bestimmte künstlerische Bereiche auszudenken und zu zeichnen. Die Aktion sollte auch genutzt werden, um externen Gästen einen Einblick in das Funktionieren der Fakultät zu bieten. Die Zeichnungen wurden im Garten ausgestellt; am Ende wurden einige davon mithilfe eines Glücksrads prämiert.



Teilnehmer_innen der ersten Arbeitstagung vor der Cluster-Wand

Queering Art Education. Kunst/Pädagogik zur Verschiebung dominanter Zugehörigkeitsordnungen. Arbeitstagungen mit internationalen Gästen in Kooperation mit Institute for Art Education der Zürcher Hochschule der Künste, UdK Berlin 2014 & 2015

Queering Art Education orientiert sich an künstlerischen und pädagogischen Positionen, die den Anspruch teilen, rassismus- und sexismuskritisch und zugleich anti-essentialistisch strukturiert zu sein. Es geht also um den edukativen Einsatz von Kunst, die sich programmatisch mit der Verschiebung dominanter Zugehörigkeitsordnungen (Paul Mecheril 2011) beschäftigt. Queering Art Education bezieht sich dabei sowohl auf die formale Bildung in Schule und Hochschule als auch auf nonformale Kontexte der Bildung oder Weiterbildung. Entsprechende Ansätze können als Teil des schulischen Kunstunterrichts, der Fortbildung von Pädagog_innen und Künstler_innen, der künstlerischen Bildung an Hochschulen und der kulturellen Bildung konzipiert werden und nehmen also unterschiedliche Sprachregister und Ästhetiken an.

Ende 2014 trafen sich Gäste aus Berlin, Ecuador, Mexico, Kanada, der Schweiz, Österreich und England zur gleichnamigen Arbeitstagung an der UdK Berlin. Das zweitägige Arbeitstreffen diente der gegenseitigen Vorstellung und Diskussion der eigenen Praxis und dazu, Visionen queerer künstlerischer Pädagogik oder Kunst und ihrer Vermittlung zu formulieren.

Ein Jahr später trafen sich die Teilnehmer*innen erneut. Bei diesem Treffen wurden zunehmend institutionelle und strukturelle Handlungsfelder besprochen. Durch eine grundlegende Diskussion über Hierarchien und Schwierigkeiten der unzureichenden Finanzierung, die Rolle der weißen Initiatorinnen und die Hegemonie der englischen Sprache in Bezug auf diese Arbeitstagung entstand eine Auseinandersetzung, die in einer Verschiebung der Rollenverteilungen mündete.




Vitrine mit Material und Objekten aus verschiedenen Workshops

Die Kunst der Vermittlung, Ausstellung der medienkunstpädagogischen Arbeit 2008/09 des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst, Oldenburg 2010

Die Ausstellung „Die Kunst der Vermittlung“ (18.- 24. Januar 2010) fasste zum zehnjährigen Jubiläum des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst zwei Jahre Kunstvermittlung zusammen. Den Kern der Ausstellung bildete eine große Bilderwand aus Dokumentationsfotografien, die lose eine Chronologie der Ereignisse zu sehen gab. Zwei Podeste, eine Vitrine und ein freihängendes Objekt waren entlang der Bilderwand in einer Linie aufgestellt, die bewusst auf eine museale Anordnungen anspielte. Auf vier Monitoren liefen Videoproduktionen aus Projekten mit unterschiedlichen Altersgruppen.

Die Vermittlung der Ausstellung selbst geschah mithilfe von Post-its, mit denen Besucher_innen zur Kommentierung der Exponate eingeladen wurden.
Außerdem fand ein Abend mit Gästen statt, die ihre in Workshops entstandenen Kurzfilme präsentierten.



Ausstellungsansicht "Introducing Fascism and Nazism", ein Beteiligungsprojekt mit Sanja Ivekovic (Zagreb) und Bojana Pejic (Belgrad/Berlin), Nanna Lüth, Christine Lohr und Schüler_innen des Kantgymnasiums (alle Berlin)

Ko-Kuratorin der Ausstellung pöpp68 - privat, öffentlich, persönlich, politisch, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK), Berlin 2008

pöpp68 – privat, öffentlich, persönlich, politisch thematisierte und erprobte in sechs kollaborativen Projekten, einer Tagung und einer Ausstellung Arbeitsformen künstlerischer Beteiligung.

Das Projekt pöpp68 brachte Künstler_innen, die in den 1960er Jahren geboren wurden, (Seraphina Lenz, Nanna Lüth, Ulrike Solbrig, Rebekka Uhlig, Giuliano Vece, Jole Wilcke) zusammen mit Künstler_innen und Theoretiker_innen, die damals bereits aktiv waren (Claudia von Alemann, Kirsten Dufour, Rainer W. Ernst, Sanja Ivekovic & Bojana Pejic, Barbara Kleinitz, Christophe Kotányi). Es ermöglichte ihnen, gemeinsam einige der komplexen Themengebiete wieder aufzusuchen, die politische und soziale Diskurse von '68 bestimmten, wie Faschismus, Körper- und Machtfragen, Geschlechterpolitiken, Anti-Autorität und Konsumkritik. Dies geschah in Form von Beteiligungsprojekten, Forschungen und Interventionen. So untersuchte pöpp68 generationsübergreifend Partizipationschancen und Widerstandsformen von 1968 bis heute.



Blick in die Ausstellung
Kuratorin von Irgendwann ist Schluss mit lustig! Interventionen in Werbung zusammen mit Wiebke Trunk, arttransponder e.V. Berlin 2007

Ausgangspunkt der Gruppenausstellung war die Werbekampagne für die Zeitschrift Hörzu. Im Zeitraum von 2005 bis 2006 Paare wurden hier Paare wie Mops und Katze, zwei junge Frauen, die sich küssen, und ein weißer Mann im Anzug, auf dessen Schoß eine Schwarze exotisierte Frau sitzt, unter dem Motto „Irgendwann nimmt man nicht mehr irgendwas" als Bild für "ganz besondere" Paare mit hohen Qualitätsansprüchen präsentiert. Die letzte Bild-Text-Kombination löste 2006 eine öffentliche Debatte aus. Sie wurde von feministischen, antirassistischen und medienkritischen Initiativen als diskriminierend und menschenverachtend kritisiert.

Das Projekt Irgendwann ist Schluss mit lustig! Interventionen in Werbung im Kunstverein arttransponder bearbeitete davon ausgehend sexistische, rassistische und andere herabsetzende Ansätze in aktuellen Werbebildern.



Ausstellungsgestaltung mit Zitaten von Virginia Woolf (1929)
Ko-Kuratorin der Berliner Ausgabe von A Room of One ´s Own. Being located where you are not supposed to be, Brüssel 2006/Berlin 2007

“A room of one´s own basierte auf einer Kooperation zwischen Künstlerinnen aus Brüssel und Berlin, die sich in verschiedenen Medien (Malerei, Video, Film, Audio, Installation) mit dem titelgebenden Text von Virginia Woolf von 1929 auseinandersetzten. In diesem Text thematisiert Woolf die notwendigen kulturellen und sozialen Bedingungen für die literarische Produktion von Frauen: das “Zimmer für sich allein”, finanzielle Unabhängigkeit und das Selbstbewußtsein, genau das zu schreiben, was sie denken. Sie entwarf ein androgynes Ideal mit der Vorstellung, dass hierdurch die Polarität der Geschlechter zu überwinden und ein Höchstmaß an künstlerischer Kreativität freizusetzen sei.

Die erste Ausstellung von A room of one´s own fand im März 2006 im Kulturzentrum De Markten in Brüssel statt. Im März 2007 wurde die zweite Ausgabe mit der programmatischen Forderung Mehr als ein Zimmer für sich allein im Kunstraum Kreuzberg in Berlin gezeigt. Im Verlauf der Ausstellung fand neben Konzerten in Kooperation mit dem Kino Arsenal, dem Ballhaus Naunynstraße und dem Gendernet der Universität der Künste Berlin ein Film- und Veranstaltungsprogramm statt.



Ausstellungsansicht mit der Arbeit von Roz Mortimer: Gender Trouble (2002)
Ko-Kuratorin der Ausstellung 1-0-1 intersex - Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung, NGBK Berlin 2005

1-0-1 [one ‘o one] intersex thematisierte die Verletzung der Menschenrechte von Zwittern/ Hermaphroditen/ intersexuellen Menschen: Immer noch werden Kleinkinder chirurgisch an Normvorstellungen von männlichen und weiblichen Körpern angepasst. Intersexualitätsdiagnosen werden selbst im Erwachsenenalter regelmäßig verschwiegen. Die gesellschaftliche Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt, die nicht den normativen Erwartungen einer eindeutigen Unterscheidbarkeit nach zwei Geschlechtern entspricht, ist gering.

1-0-1 intersex forderte zum Weiterdenken quer zum Zwei-Geschlechter-System auf: Ausstellung, Archiv, Veranstaltungsreihe und ein umfangreicher Katalog präsentiertsen künstlerische Positionen, Erfahrungen und Initiativen intersexueller Menschen. Historische, wissenschaftskritische und rechtliche Hintergründe wurden dargestellt, um eine breite Auseinandersetzung über die Geschlechtergrenzen und den Umgang mit Intersexualität in westlichen Gesellschaften anzustoßen.