Tarfa Bachan, Auszug aus den Beobachtungen vom 07.11.2023


Wie Kindern und Jugendlichen das Wetter vermitteln?
Vom Umgang mit Umweltfakten und Klimagefühlen,
Fortbildung für Pädagog*innen
Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 14. Februar 2024

Was ist so politisch am Wetter? Welche künstlerischen Taktiken können bei der Behandlung der Klimakrise im Unterricht und bei der Entwicklung von Zukunftsvisionen unterstützend wirken? Diese Fortbildung thematisierte zunächst das individuelle Verhältnis der Teilnehmer*innen zu Klimathemen. Anhand performativer Übungen wurde über das eigene Wissen und Emotionen angesichts der Klimakrise gesprochen. Außerdem wurden kunst- und theaterpädagogische Methoden zur Vermittlung von Handlungsperspektiven erprobt.

Ziel war es, ausgehend von künstlerischen Inszenierungen ins Gespräch zu kommen, aktiv zu werden und Anwendungsmöglichkeiten für den eigenen Unterricht zu entwickeln. Die Fortbildung wurde im Seminar „Klimawandel bestärkend vermitteln“ unter der Leitung von Nanna Lüth konzipiert und wurde von Studierenden angeleitet. Sie ist Teil der Kooperation zwischen dem HKW und der UdK Berlin im Rahmen von Schools of Sustainability. Handlungsmacht statt Ohnmacht (2023–24).



Akte aus dem UdK-Archiv


Kunst / Erziehung im NS. Rückblick, Kontinuitäten, Perspektiven,
Präsentation von Ergebnissen
Arbeitskreis Kultur, Politik und Bildung, Haus Bastian, Zentrum für kulturelle Bildung, Berlin, 24. Januar 2024

Zwei Veranstaltungen für Lehramtsstudierende an der UdK Berlin im Sommersemester 2023 thematisierten „Kunst/Erziehung im [und nach dem] NS“ und also Kontinuitäten von faschistischen Ideologien, Personalia oder ästhetischen Praktiken, Wissenslücken sowie postnazistische Perspektiven auf das Schulfach Kunst in Berlin. Ein Anlass dafür war, dass es bisher keine zusammenhängende Forschung über die Vorgängerinstitution der UdK Berlin gibt, an der im NS-Kunsterziehung studiert werden konnte. Einen weiteren Anstoß stellte die fehlende Aufarbeitung der NS-Zeit in der Kunstpädagogik dar. Um beidem zu begegnen, wurden einerseits Gäste eingeladen, die ihre künstlerische oder wissenschaftliche Forschung vorstellten. Andererseits begaben sich Studierende in das Archiv der Kunsthochschule und forschten an Originaldokumenten und individuellen Forschungsfragen.

Drei der entstandenen Hausarbeiten wurden ein halbes Jahr später im Arbeitskreis Kultur, Politik und Bildung vorgestellt. Nanna Lüth, Greta Wildhage, Anna-Maria Podlacha und Michelle Marx gaben in diesem Rahmen Einblicke in die Prozesse und Ergebnisse forschender Lehre. Sie sprachen dabei über (1) Das Gesamtkonzept des Forschungsmoduls, (2) Fragen des Dokumentierens von Gewalt und Verfolgung im Rahmen der Ausstellung Flashes of Memory. Fotografie im Holocaust, (3) Gravierende Forschungslücken betreffend die Institutionengeschichte von Hochschulen im NS und (4) Rechtsextremismusprävention durch Ästhetische Bildung.



Lötkolben aus Knete


Komisch-werden. Differenzreflexivität und Humor in der Lehre
Workshop
Berliner Zentrum für Hochschullehre, 20. Oktober 2023

Zeige ich meinen Humor in der Lehre? Welche Reaktionen darauf kenne ich, welche sind wahrscheinlich? Wie kann Humor mit einem differenzreflexiven oder inklusiven Anspruch aussehen? Mit solchen Fragen beschäftigte sich dieses Seminar. Diese Fortbildung bestand aus den folgenden Bausteinen: Einer Übung zur Reflexion eigener Erfahrungen mit Humor in der Lehre (s. Abb.), einem Input über begriffliche Grundlagen und Praxisbeispiele, einer Diskussion der Strategien ausgewählter Komiker*innen und Künstler*innen und einer Transferphase zur Sammlung eigener differenzreflexiver Humorvorhaben für die Lehre.

Komisch-werden wird hierbei mehrdeutig verwendet: Es steht sowohl für das Entwickeln des eigenen Humors als auch - im Sinne von Seltsam-werden - für die Einübung von außergewöhnlichen, häufig minorisierten Perspektiven. Man kann außerdem unterscheiden zwischen Humor als Haltung oder Persönlichkeitseigenschaft und Komik als ästhetischer oder medialer Form. Die Tatsache, dass Komik häufig auf Überraschungen basiert, zeigt Parallelen zu künstlerischen Verfahren des Verschiebens und Irritierens auf. Es ist also naheliegend, dass in künstlerischen Projekten, die mit normalitätskritischer Agenda Komik einsetzen, etwas für die pädagogische Praxis zu lernen ist.



Sichtung der Foto-Text-Sequenzen


Foto-Text-Spiel
Workshop
Arbeitskreis Schule und Museum im Haus Bastian, Zentrum für kulturelle Bildung, Berlin, 4. November 2021

Dana Bagur, Eric Mader Alba und Nanna Lüth wurden von Sebastian Bartel in den Arbeitskreis Schule und Museum eingeladen, um Einblicke in die kunstdidaktischen Seminare "unphotographing stereotypes" und "differenzreflexive Fotovermittlung“, die 2021 an der Universität der Künste Berlin stattgefunden hatten, zu geben. Dabei wollten wir den Begriff des Stereotyps von verschiedenen Seiten beleuchten. Fototagebücher dienten als zentrales Medium, um diese fotografische Forschung zu dokumentieren und anschließend das "unphotographing", also die Dekonstruktion von Stereotypen, in didaktische Ideen zu übersetzen.

Im Arbeitskreis Schule und Museum wurden mit kurzen Inputs der theoretische Rahmen und die Zwischenergebnisse der Seminare vorgestellt. An den präsentierten Beispielen, die auf alltagskulturelle Unterscheidungen in Mexiko sowie auf nostalgische Erinnerungspolitik zwischen Frankreich und Algerien Bezug nahmen, wurde deutlich, dass Stereotype häufig kulturell spezifisch sind und sich ohne Kommentierung für Außenstehende nicht erschließen.
Auf die Kurzvorträge folgte eine von Dana Bagur und Eric Mader Alba angeleitete interaktive Foto-Text-Übung, die mit Handys, tragbaren Fotodruckern und mitgebrachten persönlichen Bildern realisiert wurde. In Teamarbeit wurden im Zwischenraum der unterschiedlichen Perspektiven Bild-Text-Erzählungen entwickelt (s. Abb.).



Reinszenierung des gespielten Ungeschicks Cindy Shermans Untitled Film Still #10 (1978) im Lehrer*innenzimmer durch Alexandra Weiler


Zeitgemäßer Kunstunterricht über Körper und Medien
Fortbildung für Lehrpersonen, online
Landesinstitut für Pädagogik und Medien, Saarbrücken, 2./9. November 2021


Körperlichkeit und Medienhandeln gelten heute als eng verschränkt. Dieses Verhältnis in der Schule zu thematisieren ist darum Herausforderung und Chance, weil es die Schüler*innen und die Lehrer*innen alltäglich begleitet.

Das Seminar kombinierte kurze Inputs, Diskussionen und Praxisteile. Entscheidend war, dass die Pädagog*innen zwischen den beiden Treffen eigene Fotoproduktionen realisierten (s. Abb.). Dieser Schritt diente der Aktualisierung der vorhandenen künstlerischen Expertise sowie der Erprobung von Darstellungsaufgaben, bevor sie in den jeweiligen Unterricht eingebracht werden sollten. Abschließend sammelten wir Vorschläge, wie Medien wie Fotografie, Audio oder Video im Kunstunterricht genutzt werden könnten.



Farn in der Ausstellung


Kommentar einer Stadtpflanze
Vortrag und Workshop zur Ausstellung Charlotte Prodger: Blanks and Preforms, Kunstmuseum Winterthur, 14. September 2021

Charlotte Prodger erhielt 2018 den Turner Preis der Tate Modern und setzte sich dabei mit ihren postminimalistischen Installationen und Medienarbeiten überraschenderweise u.a. gegen die bekannte Gruppe Forensic Architecture durch. Prodger ist 1974 in Bournemouth im Süden von England geboren, sie studierte sowohl an der Goldsmiths University of London als auch an der Glasgow School of Art. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Fragen zu queerer Identität, Landschaft, Sprachtechnologie und Zeit. Das Kunstmuseum Winterthur zeigte neben wichtigen älteren Werkgruppen eine neue Videoarbeit, in der Prodger die Erinnerung an einen queeren Crush während eines Jobs auf einer Pflegestation wieder aufleben lässt.

Unterstützt von einem Zimmerfarn führte ich in Prodgers künstlerische Vorformen und Nachbar*innenschaften ein. Auf den kurzen Vortrag folgte ein Besuch der Ausstellung. Dabei kamen pulverbeschichtete Monitore, Pferderennen, das Glücksversprechen von Paarbeziehungen und lesbische Anziehungskraft zur Sprache. Der Farn war mit Fotoanhängern dekoriert und trug so visuelle Verweise zur Reflektion bei.



Schüler*innen in der Ausstellung ‚Music from an Unknown Source' (1996)

Question Higher Orders
Vortrag und Workshop zur Ausstellung Sigmar Polke: Music from an Unknown Source, Rumänisch-Deutsches Kulturzentrum Brasov in Kooperation mit dem IFA - Institut für Auslandsbeziehungen, Dezember 2018


Mit einem Vortrag über Polkes Biografie und Arbeitsweise wurde die Ausstellung eröffnet.

In einem anschließenden Workshop mit Schüler*innen und Erwachsenen näherten wir uns der Serie Music from an Unknown Source (1996) von Sigmar Polke in gemeinsam erfundenen Geschichten an. Diese wurden mehrstimmig vertont und aufgenommen. Der Fokus lag auf der Entwicklung und dem Austausch persönlicher Lesarten dieser medial und visuell vielseitigen Serie.

Die Teamarbeit, das gegenseitige Zuhören, das Sprechen vor Publikum und die temporäre Ergänzung der Hängung wurden vor allem von den teilnehmenden Jugendlichen als außergewöhnlich wahrgenommen.

 



Geschmacksexperiment

Sexy Things - Ausstellungswerkstatt der anderen Art
zur Ausstellung In the Cut – Der männliche Körper in der Feministischen Kunst, Stadtgalerie Saarbrücken, 17. November 2018


Diese Werkstatt richtete sich an Menschen, die sich für die Auseinandersetzung mit Kunst, Körperlichkeit und Sexualität interessieren. Anschließend an einige Körper- und Wahrnehmungsübungen installierten die Teilnehmer*innen mitgebrachte Objekte, die für sie mit Sexualität verbunden waren, an bestimmten Stellen der Ausstellung. Entlang dieser persönlichen Assoziationen besprachen wir die künstlerischen Arbeiten.




Präsentation eines Videofilms am Aegdiimarkt in Münster

Audiovisuelle Verschiebung von Skulpturen,
Workshop mit Katja Böhme im Rahmen des Kunstpädagogischen Wochenendes zu den Skulptur Projekten Münster 2017, Juli 2017

In diesem Workshop ging es darum, sich einigen Arbeiten der Skulptur Projekte Münster 2017 filmisch anzunähern.

Katja Böhme und Nanna Lüth hatten die Karte der Skulptur Projekte Münster 2017 mit Briefumschlägen umrahmt, in denen die offiziellen Informationen zu den einzelnen Arbeiten zu finden waren. Zahlreiche Arbeiten befanden sich in fußläufiger Entfernung; in die Karte waren aber auch entlegenere Arbeiten in der Umgebung von Münster eingetragen.

An dem Workshop nahmen Studierende, Kunstlehrer*innen und Hochschullehrende teil. Wir begannen mit einer kurzen Einführung über unsere eigenen Eindrücke, die Karte und das verfügbare Video-Equipment. Uns interessierten die mit dem weitläufigen Ausstellungsformat verbundene (Un-)Zugänglichkeit der Arbeiten. Wir luden die Teilnehmer*innen daher ein, eine Arbeit auszuwählen und dieser Arbeit mit einer Videokamera zu begegnen. Es wurde verabredet, dass wir uns eine Stunde später am Aegidiimarkt treffen wollten, um die entstandenen Filme dort mithilfe eines transportablen Beamers in den Stadtraum zu projizieren. So fand an diesem Treffpunkt ein medial unterstützer Austausch über das Erfahrene und Aufgezeichnete statt.



Eine Auswahl der entstandenen Zines

Wie könnte das gehen – Art Education zu queeren?
Modul zusammen mit Danja Erni im Rahmen der Netzwerkwoche der Hochschule der Künste Bern, 6. - 8. Juni 2017

In diesem mehrtägigen Modul erprobten wir verschiedene Wege, die für ein Queering von Art Education geeignet scheinen: ein Check in à la KontextSchule, Sich-Verzeichnen nach Mikki Muhr, die Gender-Outlaw-Übung von Kate Bornstein und Verantwortung teilen mit bell hooks. Außerdem tanzten und collagierten wir und produzierten Zines, in denen alles zusammenkam.





Die Wandzeitung als Ort für Satzbauübungen

Die Wandzeitung.Deutschlernen in der Ausstellung Claudia Kapp: YouYou. Medienkunstvermittlung im Edith-Russ-Haus für Medienkunst Oldenburg, zusammen mit Doris Mosbach, Jacobs University Bremen, und Jan Blum, Januar 2012

Das Erlernen einer neuen Sprache wird erleichtert, wenn in als sinnvoll erlebten Zusammenhängen geübt wird. In diesem Sinne war ein Besuch von internationalen Studierenden der Jacobs University Bremen im Rahmen einer Woche immersiven Sprachlernens gerahmt von einem gemeinsamem Kaffeetrinken und einem Spaziergang durch die Oldenburger Innenstadt.

Durch die Ausstellung YouYou von Claudia Kapp leiteten Arbeitsblätter, die die Betrachtung der medienkünstlerischen Produktionen mit Sprachlernschritten verknüpften. Die Kombination wurde von den Teilnehmer*innen abschließend als positiv und unterstützend bewertet.



Still aus Der Wilde Western

Der wilde Western. Performance- und Videoprojekt für Kinder ab 8 und Jugendliche. Edith-Russ-Haus für Medienkunst in Kooperation mit dem Hermannshof Osterschepsund dem Institut für Musik, Universität Oldenburg, zusammen mit Stefanie Oberhoff und Ludwig Szebel, September 2011

Auf dem Hermannshof in Osterscheps/Edewecht realisierten die Künstlerinnen Stefanie Oberhoff und Nanna Lüth den Dreh eines "wilden Westerns" . "Wild" meinte in diesem Fall, dass wir das Western-Genre auseinander nehmen und außergewöhnliche Situationen und Bilder schaffen wollten. Mit Hilfe von Bärten, Perücken, Plastikwaffen und passender Kleidung hieß es für die Teilnehmer_innen im Alter von 8 - 18 Jahren, in die Rollen von Cowgirls und -boys zu schlüpfen. Auch die anwesenden Pferde und Hunde ließen sich zu Auftritten vor einer großen blauen Leinwand bewegen. Gearbeitet wurde nämlich mit Blue-Screen-Technik, die es erleichtert, beim Schnitt andere Hintergründe einzublenden und so die gefilmte Handlung in eine andere Zeit zu versetzen.

In einem zweiten Schritt wurde das Videomaterial von Studierenden der Carl-von-Ossietzky Universität unter Anleitung des Videocutters Ludwig Szebel nachbearbeitet. Der frisch geschnittene und vertonte wilde Western wurde eine Woche nach dem letzten Drehtag in Anwesenheit vieler beteiligter Kindern, Jugendlicher und Erwachsener vorgestellt und gefeiert.



Öffentliche Aktion am Bahnhof

Verstimmte Held_innen.Multimedia-Projekt und Aktion zum Präventiontag. Edith-Russ-Haus für Medienkunst in Kooperation mit dem Institut für Materielle Kultur-Textil – Medien, Universität Oldenburg und der Comeniusschule Oldenburg, März – Juni 2011

Die Verknüpfung von populären Helden mit Männlichkeit, Stärke und Handlungsmacht machte sie zum Anfangspunkt dieses künstlerisch-edukativen Projektes. In dem Medienprojekt „Verstimmte Held_innen“ sollte die Unantastbarkeit solcher heroischer, in einigen Fällen auch gewalttätiger Figuren durch eine 7. Klasse der Comeniusschule Oldenburg, in einem längeren crossmedialen Prozess in Frage gestellt werden.

Zunächst gestalteten die Schüler_innen Held_innensteckbriefe und dachten sich je eine Held_innenpose aus, in der sie fotografiert werden wollten. Diesen Held_innen wurden mittels Sprechblasen stereotype und überraschende Sätze in den Mund gelegt. Danach ging es ans Verstimmen, das heißt ans Nachsynchronisieren schon bestehender Held_innenfiguren in Filmen. Die Schüler_innen sichteten verschiedene Filmausschnitte ohne Tonspur und wählten ihre Lieblingsclips aus. So kamen Kleingruppen zustande, die den Lippenbewegungen entsprechende neue Dialoge schrieben, in denen sie die verletzliche, alberne oder streitsüchtige Seite von Filmheld_innen zum Vorschein brachten.

Die Ergebnisse dieser eigenwilligen Synchronisationen wurden zum 16. Deutschen (Gewalt-) Präventionstag am Bahnhof neben den Infoständen der Polizei präsentiert. Gäste des Präventionstages, Polizist_innen und Reisende konnten die Projektergebnisse der Klasse ansehen und an zwei Laptopstationen Held_innen spontan die eigene Stimme leihen.



Ausstellungssituation im Alten Museum Neukölln

Gute Erinnerungen, schlechte Erinnerungen – in Neukölln.
Video- und Performanceprojekt mit Barbara Loreck und der Klasse 5a der Grundschule am Richardplatz im Rahmen von urban memories, Altes Museum Neukölln, Berlin 2010

Dieses Projekt mit Schüler_innen der Neuköllner Richard-Grundschule stellte eine Verbindung zwischen der Ausstellung urban memories im „Alten Museum Neukölln“ (Kuratorin: Maria Linares) und dem Quartier Ganghofer Straße her. Die Grundidee bestand darin, sich nicht an eine spezifische Zielgruppe zu richten und dennoch mithilfe einer übergreifenden Fragestellung kulturelle und soziale Ähnlichkeiten und Differenzen aufzuzeichnen.

Nach zwei einführenden Treffen sprachen die Schüler_innen in der Richardpassage etwa 100 Passant_innen an, fragten diese nach ihren guten und schlechten Erinnerungen und trugen jeweils den Ort der Erinnerung in Karten verschiedener Reichweite ein. Aus den gesammelten Erinnerungen wurden in einem Folgetreffen solche ausgewählt, die sich in Szenen übersetzen ließen. Die anschließende Inszenierung für die Videokamera bot den Schüler_innen die Möglichkeit, sich mit den Erlebnissen von ihnen unbekannten Erwachsenen zu beschäftigen und diese nach ihren eigenen Vorstellungen zu einem Videofilm umzuarbeiten.

Die Einblicke in die vor Ort gesammelten Erinnerungen ergaben für sie – wie später für die Besucher_innen der Ausstellung – die Chance, etwas mehr über den Neuköllner Kiez und seine Bewohner_innen zu erfahren.



Schattenspiel zu Machtfragen
Machtspiele.
Schatten- und Schreibspiele zur Ausstellung Anna Meyer White Cube Sitcom (18. August - 5. Oktober 2008), zusammen mit Steffi Prange, Kunstverein Langenhagen

In der Ausstellung White Cube Sitcom stellte die Wiener Künstlerin Anna Meyer auf bemalten Plexiglastafeln eine Geschichte über Macht, Geld und Politik aus der Kunstwelt ihrer Heimatstadt dar.

Hierzu bot der Kunstverein Langenhagen Workshops im kreativen Schreiben und Schattenspiel an. Die Teilnehmer_innen lernten die Bildergeschichte von Anna Meyer kennen und entwickelten eigene Erzählungen über Macht, Vorurteile, Konkurrenz und Gerüchte.



Fotografie auf den Schrägen Spaziergängen
Schräge Spaziergänge.
Werkstatt zur Ausstellung "textum" von Christof Zwiener (12.12.08-15.02.09), Kunstverein Langenhagen

Ein Rundgang durch die Ausstellung von Christof Zwiener mit ihren versteckten Botschaften inspirierte zu ungewöhnlichen Spaziergängen durch Langenhagen: Die Teilnehmer*innen der Werkstatt Schräge Spaziergänge beobachteten Menschen beim Flanieren und Überqueren von öffentlichen Plätzen und überlegten sich, wie man diese Treffpunkte mit einfachen Mitteln verändern könnte.

Sie entschieden sich für langsames oder schnelles Gehen oder für ungewöhnliche Wege und unterbrachen so die alltäglichen Bewegungsroutinen. Die Interventionen der Gruppe wurden fotografisch und zeichnerisch dokumentiert und zurück in die Ausstellung getragen.



Vertonung einer Arbeit von Agnes Martin

In Stille und Fülle.
Klangworkshops zur Ausstellung Rosebud - Eine Suche zwischen Opulenz und Leere
(26.05. - 25.07.2008), Kunstverein Langenhagen

In der von Tilo Schulz kuratierten Gruppenausstellung Rosebud - Eine Suche zwischen Opulenz und Leere waren im Kunstverein Langenhagen Bilder, Objekte und Installationen von acht internationalen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen.
Der Workshop In Stille und Fülle lud dazu ein, sich auf die Suche nach "lauten" und "leisen" Stellen in der Ausstellung zu machen. Diese Eindrücke wurden mit einfachen Instrumenten und Geräuschgebern in Klänge übersetzt, die vor den Bildern präsentiert und aufgenommen wurden.



Installation der gemeinsam entwickelten Schlagzeile

Papa, ich bin schwul / Deutschland braucht mehr Ausländer
Rundgang/Workshop/Aktion zur 7. Internationalen Foto-Triennale Esslingen, 2007

An einem Wochenende im Juli 2007 lud ich “Zeitungsleser und -leserinnen, gebürtige und zugezogene EsslingerInnen, homo-, hetero- und bisexuelle Kunstinteressierte und neugierige BesucherInnen” zu einem Rundgang durch die Ausstellung in der Villa Merkel ein. Bei einer Besprechung der Arbeiten von Nasan Tur, Teresa Margolles, Jack Pierson, Santiago Sierra gab es das Angebot, "von Kunst aus" (Eva Sturm) über gesellschaftspolitische Bedingungen von nationalen, sexuellen und künstlerischen Identitäten sowie über selbst erlebte soziale Ein- und Ausschlüsse zu sprechen.

Am Nachmittag fand eine Textwerkstatt statt, in der die Teilnehmer*innen einen Satz für die Ankündigungstafel des leerstehenden Kinos Capitol erarbeiteten*. Die Installation im öffentlichen Raum bildete den Abschluss. Der Kinobesitzer schaute vorbei.

* Diese Idee eignete sich die Methode der in der Villa Merkel gezeigten Arbeit von Teresa Margolles an.